Vokalensemble '83 – Saarbrücken



Das Vokalensemble '83 – Saarbrücken bei seinem alljährlichen Weihnachtskonzert
im Dezember 2012 in der Basilika St. Johann Saarbrücken

Das Vokalensemble '83 – Saarbrücken, von seinem Leiter Bernhard Leonardy 1983 gegründet, hat sich im Südwesten Deutschlands durch Rundfunk-, Fernseh- und CD-Aufnahmen einen Namen gemacht, aber auch als Preisträger beim Deutschen Chorwettbewerb und bei „Let the people sing“. Über die Aufführung der klassischen geistlichen und weltlichen Chorliteratur hinaus hat sich das Vokalensemble '83 – Saarbrücken darauf spezialisiert, selten oder noch gar nicht aufgeführte Werke einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dazu gehören die erste Aufführung des Dresdner Requiems von Rudolf Mauersberger außerhalb Dresdens und das „Oratorium nach Bildern der Bibel“ von Fanny Mendelssohn-Hensel als saarländische Erstaufführung. Zwei Uraufführungen komplettieren dieses Bild: 1997 „Epitaph“ von Thomas Hofmann, ein Werk, das für das Vokalensemble '83 – Saarbrücken komponiert wurde, und 1999 die Uraufführung des Oratoriums „Gioas re di Giuda“ von Luigi Boccherini. Im selben Jahr nahm die Firma Denon mit dem Vokalensemble '83 – Saarbrücken in einem Live-Mitschnitt die „Hohe Messe in h-Moll” von Johann Sebastian Bach auf, und zwar in DVD-Audio-Technik, einer Innovation auf dem Hifi-Markt.

2000 konnte der Chor mit einer weiteren Rarität aufwarten: Eine Einspielung der „Missa Brevis” von Zoltán Kodály und des „Requiem” von Gabriel Fauré, beides in einer Version für Orgel mit der großen, erweiterten Orgel der Basilika St. Johann in Saarbrücken aufgenommen. Die CD erntete in der Fachwelt beste Kritiken. Auch 2001 trat man mit einem ehrgeizigen Projekt an den Chor heran: Für das Symposion zum 50. Todestag von Arnold Schönberg führte das Vokalensemble '83 – Saarbrücken unter Anwesenheit von Arnold Schönbergs Tochter Nuria Schönberg-Nono „Friede auf Erden” auf, ein repräsentatives Werk Schönbergs, das aufgrund seines hohen Schwierigkeitsgrades so gut wie nie gesungen wird. Schließlich wagte man sich im Jahr 2002, sozusagen „back to the roots”, an ein überaus anspruchsvolles A-cappella-Programm, gespickt mit Klippen und Kanten auf polytonaler, rhythmischer und intonatorischer Ebene. Mit Werken von Milhaud, Leighton und Villa-Lobos untermauerte das Das Vokalensemble '83 – Saarbrücken hier seinen guten Ruf. In den folgenden Jahren kamen die „Marienvesper” von Monteverdi, „Israel in Egypt” von Händel und die „Missa Papae Marcelli” von Palestrina zur Aufführung. Ebenso wurden einige Live-Übertragungen mit dem Vokalensemble '83 – Saarbrücken gesendet; so wurde am Silvesterabend 2008 eine festliche Messe aus der Basilika St. Johann von der ARD Deutschland weit übertragen und die Einschaltquote von etwa 850.000 Haushalten als großer Erfolg bewertet.

Nach 2008 wurden weitere große Werke namhafter Komponisten vorgestellt: das „Requiem op 148 in Des-Dur” von Robert Schumann, „Funeral Music for Queen Mary II” von Henry Purcell, „The Armed Man” von Karl Jenkins, die „Große Messe in e-moll” von Anton Bruckner, Johann Sebastian Bachs selten aufgeführte, weil im Original verbrannte und rekonstruierte „Markuspassion”, die „Messe in D-Dur” von Antonín Dvořák und weihnachtliche Stücke wie „A Ceremony of Carol” von Benjamin Britten, das „Weihnachtsoratorium” von Camille Saint-Saëns und „Russische Lieder” von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. 2011 wurde dann wieder auf das zuvor schon in 1996 gesungene „Ein Deutsches Requiem” von Johannes Brahms zugegriffen. In Luxemburg kam César Franck mit der „Messe in A”  und der „Psalm 150” zur Aufführung. Weihnachtlich wurde es im Jahr 2012 mit Giacomo Puccinis „Messa di Gloria” und Domenico Cimarosas „Magnificat”. 2012 erlebten die Zuhörer noch einmal die ergreifende Motette „Wie liegt die Stadt so wüst” und das „Desdner Requiem” von Rudolf Mauersberger, das von einem Orchester aus Mitgliedern des Saarländischen Staatstheaters begleitet wurde. Im Abendlob anlässlich der Heilig-Rock-Tage im Trierer Dom sang das Vokalensemble '83 – Saarbrücken a-cappella die ausdrucksstarken „Russischen Lieder” von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Im Sommer und an Weihnachten folgten dann „Singet dem Herrn ein neues Lied” von Johann Sebastian Bach, „Messe de minuit – Weihnachtsmesse” von Marc Antoine Charpentier und das sehr amerikanische „Weihnachtsoratorium” von Robert Morisson Stults als saarländische Erstaufführung. Im Mai 2013 führte das Vokalensemble '83 – Saarbrücken im Rahmen der Musikfestspiele Saar den „Messias” von Georg Friedrich Händel in der Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Im Herbst ist eine Rom-Fahrt geplant.